Über den LEI Zulassung von LEI-Vergabestellen durch GLEIF

Zulassungsverfahren



Das von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) eingerichtete Zulassungsverfahren, das von Organisationen, die LEI-Vergabestellen zu werden wünschen, erfolgreich durchlaufen werden muss, hat zwei Phasen.

Eine für die Vergabe von LEIs an Rechtsträger, die an Finanztransaktionen beteiligt sind, autorisierte Organisation wird als eine Local Operating Unit (LOU) bezeichnet.

Die erste Phase des Zulassungsverfahrens macht es erforderlich, dass die Organisation, die eine LEI-Vergabestelle werden möchte, d. h. die beantragende LOU, einen Zulassungsplan erstellt. Dieser Plan sollte die Ziele, den Zweck und die Fähigkeiten der beantragenden LOU darstellen und beschreiben, wie sie in das operative und das Kontrollumfeld innerhalb von GLEIF passt. Nach Prüfung und Genehmigung durch GLEIF muss die beantragende LOU das Master Agreement unterzeichnen. Dadurch wird sie zu einer Anwärter-LOU und die zweite Phase beginnt.

Während der zweiten Phase muss die Anwärter-LOU innerhalb von sechs Monaten ab Unterzeichnung des Master Agreements die Zulassungs-Dokumente, die in der Zulassungs-Checkliste aufgeführt sind, vollständig an GLEIF zur Prüfung einreichen. Es folgt dann ein Prüfzeitraum von höchstens 90 Geschäftstagen, während dem GLEIF ermittelt, ob die Anwärter-LOU:

  1. erfolgreich ist; in diesem Fall erhält sie das Zulassungszertifikat und darf den LEI-Service anbieten, oder
  2. nicht erfolgreich ist; in diesem Fall wird das Master Agreement gekündigt und sie darf den LEI-Service nicht anbieten, oder
  3. vorläufig erfolgreich ist. In diesem Fall erklärt GLEIF, welche Befugnisse die Anwärter-LOU in Hinblick auf das Angebot des LEI-Service hat und was sie tun muss, um das vollständige Zulassungszertifikat zu erhalten.

Die Anforderungen, die im Rahmen des Zulassungsverfahrens erfüllt werden müssen, sind im Zulassungshandbuch im Detail dargelegt.

GLEIF stellt auch eine „Praktische Anleitung für die Zulassungs-Kommunikationswerkzeuge“ als Hilfsmittel zur Verfügung, die Informationen für neue und bestehende Teilnehmer am Global LEI System zur Benutzung der Kommunikationswerkzeuge, die für das GLEIF Zulassungsverfahren eingesetzt werden, enthält.

Das unten stehende Diagramm veranschaulicht die sechs Schritte des Zulassungsverfahrens. Eine Zusammenfassung der mit jedem Schritt verbundenen Maßnahmen finden Sie im Text unter dem Schaubild.

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Schritt 1: Beginn der Zulassung
Ihre Organisation erwägt einen Antrag auf Zulassung als LEI-Vergabestelle, d. h. als Local Operating Unit (LOU), durch die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) zu stellen. Der erste Schritt besteht darin, ein Verständnis dafür zu gewinnen, welche Rolle GLEIF im Global LEI System zukommt, und welche Funktionen eine LOU erfüllt.
Schritt 2: Entwicklung des Zulassungsplans
Jede Organisation beginnt das Verfahren als „Antragstellerin“ und erstellt einen Zulassungsplan, der von GLEIF geprüft wird. Der Zulassungsplan beschreibt, wie Ihre Organisation sich in das Global LEI System integrieren möchte und welches Serviceangebot Sie in Erwägung ziehen. Sie reichen Ihren Zulassungsplan ein, wenn Sie der Meinung sind, dass er vollständig ist und alle in der Checkliste für den Zulassungsplan beschriebenen Anforderungen erfüllt.
Schritt 3: Einigung auf den Zulassungsplan
Ihre Organisation prüft dann in Zusammenarbeit mit GLEIF Ihre Ziele, den Zweck und den Geschäftsplan, damit die Ausrichtung auf das Global LEI System und die Aktivitäten von GLEIF gewährleistet ist. Der Zulassungsplan ist ein hochkarätiger Wegweiser, der an GLEIF kommuniziert, wie Ihre Organisation am Global LEI System teilnehmen und von ihm profitieren wird.
Schritt 4: Unterzeichnung des Master Agreements
Nach Genehmigung Ihres Zulassungsplans schließen Antragstellerin und GLEIF ein Master Agreement ab, einen formalen, verbindlichen Vertrag, der die Pflichten beider Parteien festlegt: GLEIF im Rahmen ihrer Aufsichts- und Unterstützungsfunktion, und Ihre Organisation bezüglich der Erbringung von LEI-Diensten als Local Operating Unit.
Schritt 5: Umsetzung der Zulassungserfordernisse
Ihre Organisation, die jetzt als „Anwärter“ bezeichnet wird, geht nun die Zulassungs-Checkliste durch. Die Zulassungs-Checkliste ist auf unserer Website verfügbar – bitte stellen Sie sicher, dass Sie die aktuellste Version der Checkliste für Ihre Einreichung verwenden.

Die Checkliste ist ein detaillierter Fragebogen, der sich auf Ihre internen Kontrollmechanismen und Ihr Verständnis der operativen Praxisanforderungen einer LOU konzentriert. Aller Wahrscheinlichkeit nach stellt dies den zeitaufwendigsten Teil des Akkreditierungsverfahrens dar, da Ihre Antworten häufig zusätzliche Begleitdokumente erforderlich machen, die Ihre Antworten vollständig erklären. Nach Unterzeichnung des Master Agreements stehen Ihnen sechs Monate für die Einreichung des vollständigen Dokumentationsmaterials zur Verfügung.
Schritt 6: Beurteilung der Zulassungsdokumente
Auf Grundlage des vereinbarten Zeitplans prüft GLEIF die eingereichten Zulassungsdokumente und bewertet den Grad der Übereinstimmung mit den erwarteten Standards. In einigen Fällen können zusätzliche Informationen angefordert werden. GLEIF benötigt je nach Ressourcenaufwand einen Zeitraum von 90 Geschäftstagen, um die Bewertung abzuschließend zu bearbeiten.

Sie erhalten eine Rückmeldung zu Ihrem Antrag und werden, falls erforderlich, um Bereitstellung zusätzlicher Informationen gebeten. Die endgültige Entscheidung wird Ihnen vom GLEIF-Verwaltungsrat mitgeteilt. Ein erfolgreicher Abschluss resultiert in der GLEIF-Zulassung und der Autorisierung, mit der Vergabe von LEIs an Rechtsträger in den autorisierten Rechtsräumen beginnen zu können.

Die GLEIF-Zulassung bestätigt auf der Grundlage der eingereichten Dokumente und durchgeführten Tests, dass die LOU die GLEIF Qualitäts- und Performancestandards erfüllt oder übertrifft; das Master Agreement schreibt vor, dass die LOU diese Qualitätsstandards in jedem Geschäftsjahr für einen anfänglichen Zeitraum von drei Jahren erneut berücksichtigt.