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# Teil 22 der Reg-Check Blog-Serie – Der LEI im US-Recht: Was die endgültige gemeinsame Regelung zum FDTA bedeutet
Peter Warms, Leiter der Geschäftsentwicklung für Nordamerika bei der GLEIF, erläutert, warum die Etablierung des LEI als Standard für die Identifizierung von Unternehmen im Rahmen des Financial Data Transparency Act einen entscheidenden Meilenstein für die Standardisierung von Finanzdaten in den USA darstellt
Autor: Peter Warms
Datum: 2026-06-17
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Bislang arbeiteten die US-Bundesbehörden mit mehr als 50 unterschiedlichen, miteinander inkompatiblen Systemen zur Identifizierung von Rechtsträgern. Der im Jahr 2022 unterzeichnete „Financial Data Transparency Act“ (FDTA) zielte darauf ab, dieser Fragmentierung durch die Einführung einer gemeinsamen Sprache für Finanzdaten entgegenzuwirken, auf die sich Aufsichtsbehörden, Institute und Analysten verlassen können.
Im Juni 2026 verabschiedeten neun US-Finanzaufsichtsbehörden die gemeinsame Verordnung im Rahmen des FDTA, um die Interoperabilität von Finanzaufsichtsdaten zu fördern. Dies geschah im Anschluss an eine öffentliche Konsultation im August 2024.
Als Meilenstein, der eine erhebliche Verbesserung der aufsichtsrechtlichen Überwachung und eine Verringerung des Compliance-Aufwands verspricht, legt die endgültige gemeinsame Verordnung den Legal Entity Identifier (LEI) als Standard für die Identifizierung von Rechtsträgern fest. Außerdem werden gemeinsame Identifikatoren für geografische Standorte, Datumsangaben sowie bestimmte Produkte und Währungen festgelegt.
In der Praxis fallen am ehesten jene Unternehmen in den Geltungsbereich, die bereits Finanzdaten an die neun Behörden melden – von Banken und Kreditgenossenschaften über Teilnehmer an Wertpapier- und Derivatemärkten bis hin zu Anlageberatern und Investmentfonds. Die genauen Meldepflichten werden jedoch nicht durch die gemeinsame Verordnung selbst, sondern durch die eigenen Rechtsvorschriften der einzelnen Behörden festgelegt.
Die Data Foundation, die sich seit über einem Jahrzehnt für die Modernisierung der Finanzdatenberichterstattung auf Bundesebene einsetzt, begrüßte die Festlegung des LEI als Standard für die Identifizierung von Rechtsträgern in der Verordnung und bezeichnete dies als bedeutenden Wendepunkt bei der Modernisierung der Finanzberichterstattung auf Bundesebene.
Warum der LEI?
Der FDTA schreibt ausdrücklich die Einführung eines gemeinsamen, nicht proprietären, maschinenlesbaren Legal Entity Identifiers vor, der unter einer offenen Lizenz verfügbar ist. Diese Anforderung geht auf das „Linchpin“-Papier aus dem Jahr 2011 zurück, in dem US-Aufsichtsbehörden erstmals die Notwendigkeit eines standardisierten Codes zur eindeutigen Identifizierung von Rechtsträgern und ihrer Beziehungen anerkannten.
Die endgültige Regelung bekräftigt, dass der LEI – als weltweit standardisierter alphanumerischer 20-Zeichen-Code, der einen Rechtsträger eindeutig und unmissverständlich identifiziert – der Standard ist, der die im FDTA dargelegten Anforderungen am besten erfüllt:
Viele Kommentatoren sprachen sich für die Einführung des LEI als gemeinsamen Standard für die Identifizierung von Rechtsträgern aus. Diese Kommentatoren führten unter anderem an, dass der LEI die Anforderungen des FDTA erfülle, die Interoperabilität fördern würde, eine verbesserte Identifizierung von Rechtsträgern über Rechtsordnungen hinweg ermögliche, zumindest in einigen Märkten und bei größeren Finanzinstituten bereits gut etabliert sei, mit geringen Kosten und Gebühren verbunden sei und über eine transparente und unabhängige Governance-Struktur verfüge.
Final Rule: Financial Data Transparency Act Joint Data Standards
Nach einer gründlichen öffentlichen Konsultation bestätigt die endgültige Regelung, warum „der Legal Entity Identifier alle Anforderungen des FDTA an Identifikatoren für Rechtsträger erfüllt, d. h., er ist allgemein verbreitet, nicht proprietär und unter einer offenen Lizenz verfügbar“.
Wie geht es weiter?
Da die gemeinsamen Vorschriften am 1. Oktober 2026 in Kraft treten und eine gemeinsame Grundlage bilden, hat jede umsetzende Behörde nun bis zu zwei Jahre Zeit, ihre eigenen Vorschriften zu erlassen und die gemeinsamen Standards in die jeweiligen Meldepflichten zu integrieren. Unternehmen, die sich auf die FDTA-basierte Berichterstattung vorbereiten, können bereits jetzt handeln: Überprüfen Sie die LEI-Abdeckung in Ihrem gesamten Unternehmen und bei Ihren Geschäftspartnern, identifizieren Sie Lücken und beginnen Sie, bei Bedarf LEIs zu beantragen. Diese Arbeit nimmt Zeit in Anspruch und hängt nicht davon ab, dass die Regelungsverfahren der Behörden abgeschlossen sind. Während dieses Zeitraums werden alle interessierten Akteure dazu ermutigt, die behördenspezifischen Konsultationen zu verfolgen, sobald diese beginnen, und sich gegebenenfalls am Regelungsprozess zu beteiligen.
Die GLEIF freut sich zudem darauf, mit den einzelnen Behörden zusammenzuarbeiten und setzt sich weiterhin dafür ein, die Zugänglichkeit und den Nutzen des globalen LEI-Systems zu erweitern.
Organisationen können bestehende LEIs über den Global LEI Index suchen und überprüfen, und jeder Rechtsträger, der noch keinen LEI besitzt, kann diesen bei einer akkreditierten Vergabestelle beantragen.
Die „Reg-Check Blog-Serie“ der GLEIF zielt darauf ab, die breite Akzeptanz und Unterstützung des LEI im öffentlichen und privaten Sektor, in verschiedenen Regionen und Anwendungsfällen zu beleuchten, indem hervorgehoben wird, welche Branchenführer, Behörden und Organisationen den LEI unterstützen und zu welchem Zweck.
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Peter Warms ist Business Development Manager bei der Global LEI Foundation (GLEIF), wo er sich auf die Ausweitung der LEI-Nutzung im privaten Sektor konzentriert, insbesondere die Kundenaufnahme und die Know-Your-Customer-Prozesse für Finanzinstitute. Seine Arbeit erstreckt sich auch auf den öffentlichen Sektor durch die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden und neue geschäftliche Anwendungsfälle wie Zahlungen, digitale Strategien, Lieferketten und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist er aktives Mitglied des Technischen Komitees (Finanzdienstleistungen) der International Organization for Standardization und der Standards Advisory Group (SAG).
Zuvor leitete er als Senior Manager bei Bloomberg die Initiative zur Einführung des Financial Instrument Global Identifier (FIGI) in der Finanzdienstleistungsbranche. Er erkannte die Notwendigkeit einer vereinheitlichenden Symbolik, die eine eindeutige Identifizierung über die Silos verschiedener Anlageklassen hinweg ermöglicht, und war daher der Initiator und Förderer der Bemühungen von Bloomberg, eine globale Lösung als öffentliches Gut und Open Data-Standard anzubieten.